Pico-Lüftersteuerung
Ein Raspberry Pi Pico 2 am USB-Port des Pi 3 regelt bis zu sechs 4-Pin-PWM-Lüfter: je einen für den Spannungsregler (VR) jedes Bitaxe und bis zu drei fürs Gehäuse. Dazu kommen ein 7,5-Zoll-E-Paper mit den wichtigsten Werten, vier Taster und ein Temperaturfühler im Gehäuse. Fällt irgendetwas aus, laufen die Lüfter mit voller Drehzahl.
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Pi 3Fertiges Image: einmal schreiben, fertig
Auf der Release-Seite liegt BitaxeTuner-Server-<Version>-pi-arm64.img.xz: das offizielle Raspberry Pi OS Lite (64-bit) mit vorinstalliertem BitaxeTuner-Server, Neustart-Funktion für Taste 4 und Hostname bitaxetuner. Deine Zugangsdaten und Miner-Daten kommen nicht ins Image, sondern werden danach von der Desktop-App auf die SD-Karte gelegt.
- Raspberry Pi Imager öffnen → Gerät „Raspberry Pi 3“ → Betriebssystem „Eigenes Image“ → die .img.xz-Datei → SD-Karte (ab 16 GB) → schreiben. Einstellungen bietet der Imager bei eigenen Images nicht an – das übernimmt die App im nächsten Schritt.
- SD-Karte neu einstecken. In der BitaxeTuner-App (ab 0.3.1): Betriebsart → Raspberry Pi vorbereiten → Laufwerk „bootfs“ wählen, Admin-Passwort für den Server zweimal, Benutzer und Passwort für den Pi (SSH), WLAN-Name und -Passwort (Pi 3: nur 2,4 GHz; leer = nur LAN-Kabel), „Meine Daten mitgeben“ anhaken → „Einrichtungspaket schreiben“. Alle Passwörter landen nur als Hash auf der Karte. Die App merkt sich Adresse und Zugangs-Token.
- Karte in den Pi, Pi einschalten. Der erste Start dauert 3–5 Minuten (Dateisystem vergrößern, Benutzer anlegen, Paket übernehmen). Der Pi löscht Passwort-Hash und Datenkopie danach von der Karte.
- In der App: „Verbindung testen“ → „Nur umschalten“. Erst jetzt fragt der Pi die Miner ab und der PC hört damit auf. Die Oberfläche gibt es zusätzlich im Browser unter http://bitaxetuner.local:8484/.
ÜberblickWer mit wem spricht
SchaltungEin Kanal (sechsmal gleich aufbauen)
PinbelegungWelcher Kanal an welchen Pin
| Kanal | Vorschlag | PWM → R1 | Tacho ← Lüfter-Pin 3 |
|---|---|---|---|
| K1 | VR-Lüfter Miner 1 | GP0 · Pin 1 | GP16 · Pin 21 |
| K2 | VR-Lüfter Miner 2 | GP2 · Pin 4 | GP17 · Pin 22 |
| K3 | VR-Lüfter Miner 3 | GP4 · Pin 6 | GP18 · Pin 24 |
| K4 | Gehäuselüfter 1 | GP6 · Pin 9 | GP19 · Pin 25 |
| K5 | Gehäuselüfter 2 | GP8 · Pin 11 | GP20 · Pin 26 |
| K6 | Reserve | GP10 · Pin 14 | GP21 · Pin 27 |
| — | 3,3 V für alle R3 (nur gelötete Variante) | 3V3(OUT) · Pin 36 | |
| — | Masse (mit Netzteil −) | GND · Pin 38 (oder 3, 8, 13, 18, 23, 28, 33) | |
Jeder PWM-Pin liegt auf einem eigenen PWM-Block des Pico, so bekommt jeder Kanal sauber 25 kHz. Welcher Kanal zu welchem Miner gehört, stellst du später in der Oberfläche ein; die Tabelle ist nur der Vorschlag für die Verkabelung. Bestückst du erst K1–K3, bleiben K4–K6 einfach leer.
SteckbrettAufbau ohne Löten
Alles steckt auf einem Steckbrett mit 830 Kontakten (Spalten 1–63, Reihen a–j). Die Zeichnung zeigt Kanal K1 komplett verdrahtet, K2–K6 sind genauso aufgebaut, jeweils sechs Spalten weiter rechts. Auf dem Steckbrett entfällt R3: Die Software schaltet den eingebauten Pull-up des Pico für die Tacho-Leitung ein.
Ein Kanal, Schritt für Schritt
B ist die erste Spalte des Kanals (K1: B = 22, also B+3 = 25). Die Tabelle darunter nennt B und die Pico-Löcher für jeden Kanal.
| # | Bauteil / Brücke | von | nach |
|---|---|---|---|
| 1 | Lüfter-Stiftleiste (4 Pins) | a(B) … a(B+3) | a(B) = Pin 1 GND (schwarz), a(B+3) = Pin 4 PWM (blau) |
| 2 | Brücke Lüfter-GND | b(B) | obere blaue Schiene (GND) |
| 3 | Brücke Lüfter +5 V | b(B+1) | obere rote Schiene (+5 V) |
| 4 | Brücke Tacho | b(B+2) | Pico-Tacho-Loch (Tabelle) |
| 5 | Transistor BC547B, flache Seite zu dir (Richtung Reihe j) | g(B+3) C · g(B+4) B · g(B+5) E | über den Graben: Brücke e(B+3) → f(B+3) |
| 6 | R1 1 kΩ (liegend) | h(B) | h(B+4) |
| 7 | R2 10 kΩ | i(B+4) | untere blaue Schiene (GND) |
| 8 | Brücke Emitter | j(B+5) | untere blaue Schiene (GND) |
| 9 | Brücke PWM vom Pico | Pico-PWM-Loch (Tabelle) | j(B) |
| Kanal | Spalten (B) | Stiftleiste | Pico PWM-Loch | Pico Tacho-Loch |
|---|---|---|---|---|
| K1 | 22–27 (22) | a22–a25 | j1 · GP0 | a20 · GP16 |
| K2 | 28–33 (28) | a28–a31 | j4 · GP2 | a19 · GP17 |
| K3 | 34–39 (34) | a34–a37 | j6 · GP4 | a17 · GP18 |
| K4 | 40–45 (40) | a40–a43 | j9 · GP6 | a16 · GP19 |
| K5 | 46–51 (46) | a46–a49 | j11 · GP8 | a15 · GP20 |
| K6 | 52–57 (52) | a52–a55 | j14 · GP10 | a14 · GP21 |
Einmal für alle Kanäle
- Pico-GND: Brücke a3 → obere blaue Schiene.
- Strom über den USB-Lüfteradapter an einem USB-Ladegerät (5 V, mindestens 2 A): zwei Female-Male-Brücken, Buchse auf die Adapter-Stifte, Stift ins Brett. Pin 2 (+5 V, rot/gelb) → obere rote Schiene, Pin 1 (GND, schwarz) → obere blaue Schiene. Pin 3 und 4 bleiben frei.
- Masse-Brücke: obere blaue Schiene → untere blaue Schiene (z. B. bei Spalte 62).
- Elko 470 µF: langes Bein (+) in die obere rote, gestreiftes Bein (−) in die obere blaue Schiene.
ErweiterungE-Paper, Taster und Gehäusefühler
Alles hängt am selben Pico und kommt mit auf das Steckbrett. Die Löcher unten beziehen sich wieder auf den Pico in Spalte 1–20 (Pins 1–20: Löcher i/j, Pins 21–40: Löcher a/b). Keines davon ist schon von den Lüftern belegt.
| Anschluss | Pico-Pin | Steckbrett-Loch | Ziel |
|---|---|---|---|
| E-Paper VCC | VSYS · Pin 39 | b2 | Display-Buchse Pin 39 |
| E-Paper GND | GND | obere blaue Schiene | Display-Buchse Pin 38 |
| E-Paper DIN | GP15 · Pin 20 | i20 | Display-Buchse Pin 15 |
| E-Paper CLK | GP14 · Pin 19 | i19 | Display-Buchse Pin 14 |
| E-Paper CS | GP13 · Pin 17 | i17 | Display-Buchse Pin 12 |
| E-Paper DC | GP12 · Pin 16 | i16 | Display-Buchse Pin 11 |
| E-Paper RST | GP11 · Pin 15 | i15 | Display-Buchse Pin 16 |
| E-Paper BUSY | GP22 · Pin 29 | a12 | Display-Buchse Pin 17 |
| Taster 1 · Anzeige weiter / Blockfund quittieren | GP1 · Pin 2 | j2 | Lötfahne A; Lötfahne B → untere GND-Schiene |
| Taster 2 · Lüfter Automatik | GP3 · Pin 5 | j5 | wie oben |
| Taster 3 · Lüfter 100 % (5 s halten: Lüfter aus) | GP5 · Pin 7 | j7 | wie oben |
| Taster 4 (rot) · Neustart Pi + Pico, 3 s halten | GP7 · Pin 10 | j10 | wie oben |
| Fühler-Sammelreihe 3,3 V | 3V3(OUT) · Pin 36 | a5 | Brücke nach a60 |
| Fühler-Sammelreihe Daten | GP26 · Pin 31 | a10 | Brücke nach a61 |
| Widerstand 4,7 kΩ (nur einer für alle Fühler) | e60 – e61 | ||
| Jeder Fühler: rot (+3,3 V) | b60 / c60 / d60 | ein Loch je Fühler | |
| Jeder Fühler: gelb (Daten) | b61 / c61 / d61 | ein Loch je Fühler | |
| Jeder Fühler: schwarz (GND) | obere blaue Schiene |
E-Paper 7,5" (rot/schwarz/weiß)
Das Modul ist eigentlich zum Aufstecken des Pico gebaut. Hier bleibt der Pico auf dem Steckbrett, und nur acht Leitungen gehen per Male-Male-Brücke in die Buchsenleiste des Moduls – jeweils in das Loch, an dem das Modul das Signal erwartet (Spalte „Ziel“, Pin 1 ist am Modul markiert). Den Pico nicht direkt auf das Modul stecken: Das Modul erwartet das Display auf GP8–GP13, dort liegen hier aber die Lüfter (GP8, GP10) – BitaxeTuner nutzt für das Display GP11–GP15 und GP22. Das Flachbandkabel des Displays steckt in der Klappbuchse des Moduls, Kontakte nach unten.
Die Anzeige erneuert sich höchstens alle 3 Minuten (Standard 5, nachts auf Wunsch gar nicht) und braucht dafür etwa 16 Sekunden. Das schont das Panel. Bei einem Alarm (Miner offline, Gehäuse zu warm) aktualisiert sie sofort.
Seiten (einzeln schaltbar, Vorschau im Browser unter Lüfter & Anzeige): Übersicht, Tagesbilanz, Verlauf, Kurs BTC, BCH oder beide, Monats- und Tagesbilanz mit wählbarem Graphen, Gruppen, Strompreis-Ampel, Temperaturfühler und QR-Code zur Oberfläche. Farben lassen sich umkehren (weiße Schrift auf schwarz). Das Blockfund-Vollbild endet wahlweise nach einstellbaren Stunden oder – wie die Warnungen – erst mit Taste 1.
Programm-Updates: Bringt eine neue BitaxeTuner-Version ein neues Lüfterprogramm mit, spielt der Server es beim nächsten Verbinden selbst auf – per USB oder über WLAN – und der Pico startet neu. Nur MicroPython selbst wird von Hand aktualisiert (UF2-Datei, wie bei der Ersteinrichtung).
Taster
Die Drucktaster haben Lötfahnen: je eine Krokodilklemme an Fahne A und B, die anderen Enden an die Stifte zweier Male-Male-Brücken, die ins Brett gehen. Richtung egal. Der Pico hat eingebaute Pull-ups, Widerstände sind nicht nötig; bei jedem Druck blinkt seine LED.
Taste 1 blättert die Anzeige weiter oder quittiert eine Sonderanzeige (z. B. Blockfund); die Anzeige reagiert dann nach etwa 30 Sekunden statt nach 3 Minuten. Taste 2 (Automatik) hebt „100 %“ und „Aus“ wieder auf. Taste 3 kurz setzt die Lüfter sofort auf 100 %, auch wenn der Server gerade nicht antwortet; 5 Sekunden halten schaltet die Zusatzlüfter aus (Sicherheitsregeln bleiben aktiv). Taste 4 reagiert nur nach 3 Sekunden Halten (LED leuchtet 1 s), kurzes Drücken bewirkt nichts. Vor dem Neustart stoppt der Server laufende Benchmarks und stellt die Miner-Einstellungen wieder her. Die Tasten lassen sich in den Einstellungen abschalten.
Mehrere Temperaturfühler (z. B. Netzteil und Miner-Raum)
Die 3-poligen DS18B20 hängen alle parallel an denselben drei Leitungen: Spalte 60 sammelt 3,3 V, Spalte 61 die Daten (beide Spalten sind rechts neben K6 frei). Es gibt nur einen 4,7-kΩ-Widerstand, egal wie viele Fühler. Jeder Fühler hat eine feste, eingebaute Kennung: Der Server erkennt ihn daran und trägt ihn selbst unter „Lüfter & Anzeige → Temperaturfühler“ ein, dort vergibst du Name und Warnschwelle.
- Welcher ist welcher? Einen Fühler in der Hand anwärmen und in der Liste schauen, welcher Wert steigt.
- Rot muss angeschlossen sein (kein „parasitärer“ Betrieb über 2 Adern).
- Weiche Litzenenden halten schlecht im Steckbrett: mit Krokodilklemme auf eine Male-Male-Brücke gehen, oder Aderendhülsen bzw. Dupont-Stecker verwenden.
- Fühler auf kleiner Platine mit eigenem Widerstand (oft „Modul“, Anschlüsse −/+/S): dann entfällt unser 4,7 kΩ; bei drei solchen Modulen ist das noch in Ordnung.
- Kabel zusammen bis etwa 10 m sind mit 4,7 kΩ kein Problem.
Pro Fühler legst du fest, ob er für die Gehäuselüfter zählt (Messgröße „Temperaturfühler“, es gilt der wärmste) und ob er auf dem Display erscheint. Zu warm → Push-Meldung und rote Anzeige. Fehlt ein Fühler länger als 2 Minuten → Meldung. Zählt er für die Gehäuselüfter, laufen diese bis dahin mit dem Wert für „unbekannt“ (Standard 100 %).
StromVersorgung
5-V-Lüfter (empfohlen)
- 3 × NF-A4x10 5V PWM
- je ca. 0,05 A
- 2 × Gehäuse 5V PWM
- je ca. 0,1–0,15 A
- zusammen
- unter 0,5 A
- Quelle
- USB-Ladegerät 5 V, ≥ 2 A über den USB-Lüfteradapter
+5 V an alle Lüfter-Pins 2, Masse an die GND-Schiene. Ein Elko (470 µF) auf der 5-V-Schiene glättet Spannungsspitzen beim Anlaufen.
12-V-Gehäuselüfter (falls vorhanden)
Die Schaltung ist dieselbe: Das PWM-Signal hängt nicht von der Lüfterspannung ab. Pin 2 bekommt dann +12 V von einem zweiten Netzteil, dessen Minus ebenfalls an die gemeinsame GND-Schiene geht.
+12 V darf nie mit dem Pico, dem Pi oder der 5-V-Leitung in Berührung kommen. Getrennte Schraubklemmen und farbige Litzen helfen.
Die Lüfter nicht aus dem 5-V-Pin des Pi oder dem USB des Pico speisen: Der Pi 3 hat dafür wenig Reserve, und beim Anlaufen ziehen Lüfter kurz deutlich mehr Strom.
EinkaufWas du brauchst (ohne Löten)
| Teil | Menge | Wofür | Shop | |
|---|---|---|---|---|
| Raspberry Pi Pico 2 H (RP2350, Stiftleisten schon angelötet) | 1 | Lüfter-, Display- und Taster-Controller | BerryBase · 6,50 € | nötig |
| 7,5" E-Paper-Modul für Pico, 800 × 480, rot/schwarz/weiß | 1 | Statusanzeige | BerryBase · 52,90 € | Anzeige |
| Drucktaster quadratisch, Schließer – 3 × schwarz, 1 × rot (Neustart) | 4 | Aus / Automatik / 100 % / Neustart | BerryBase · je ca. 0,80 € | Taster |
| Krokodilklemmen-Kabelset | 1 | Taster ohne Löten anschließen | BerryBase · ca. 3,90 € | Taster |
| Temperatursensor DS18B20, 3-polig (z. B. wasserdicht, 1 m Kabel) | 1–3 | Netzteil, Miner-Raum, … | BerryBase · ca. 2,70 € | Fühler |
| Widerstand 4,7 kΩ, ¼ W | 1 | Pull-up für den DS18B20 | BerryBase | Fühler |
| microSD-Karte ab 16 GB (für das fertige Image) | 1 | Pi 3 | vorhanden? | nötig |
| Breadboard-Set 400 & 830 Punkte mit 3 × 40 Jumperkabeln (M-M, F-F, M-F) – genutzt: 830er-Brett, Male-Male und 2 × Female-Male | 1 | Aufbau | Amazon | nötig |
| Transistor BC547B (NPN, TO-92) | 6 (+2 Reserve) | Q1 je Kanal | BerryBase | nötig |
| Widerstand 1 kΩ, ¼ W | 6 | R1 je Kanal | BerryBase | nötig |
| Widerstand 10 kΩ, ¼ W | 6 | R2 je Kanal (R3 entfällt auf dem Steckbrett) | BerryBase | nötig |
| Stiftleiste 1×40, gerade – in 4er-Stücke brechen, darauf steckt der Lüfterstecker | 1 | Lüfteranschluss | BerryBase | nötig |
| Steckbrücken Male-Male, 40er-Streifen, 20 cm (nur für alle 6 Kanäle nötig) | 0–1 | zusätzliche Brücken | BerryBase | bei 6 Kanälen |
| Drahtbrücken-Box, 140 Stück in 14 Längen | 1 | kurze, flache Brücken (Emitter, Masse, Kollektor) | BerryBase | empfohlen |
| USB-A-auf-4-Pin-Lüfteradapter (Stifte am Ende), vorher auf 5 V prüfen | 1 | Lüfterstrom aufs Brett | vorhanden | nötig |
| USB-Ladegerät 5 V, mindestens 2 A (z. B. altes Handy-Ladegerät) | 1 | Stromquelle für die Lüfter | vorhanden? | nötig |
| Elko 470 µF / 25 V | 1 | Puffer auf der 5-V-Schiene | BerryBase | empfohlen |
| USB-2.0-Kabel A auf Micro-B, 0,5 m (Datenkabel) | 1 | Pi 3 ↔ Pico | BerryBase | nötig |
| Noctua NF-A4x10 5V PWM (40 mm) – oder NF-A4x20 5V PWM für mehr Luft | 3 | VR-Kühlung je Miner | Noctua-Shop, Caseking, Amazon | nötig |
| Gehäuselüfter 5V PWM, z. B. Noctua NF-A8 5V PWM oder NF-A12x25 5V PWM | 1–2 | Gehäuse belüften | Noctua-Shop, Caseking, Amazon | optional |
Werkzeug: nur ein Seitenschneider (Stiftleiste teilen, Beinchen kürzen) und ein Multimeter zum Prüfen. Stand 27.09.2026: Das 830er-Steckbrett war bei BerryBase nicht lieferbar, daher das Amazon-Set. Ein Netzteilmodul oder eine Hohlbuchse ist nicht nötig, der Strom kommt über den USB-Lüfteradapter.
AufbauZusammenbauen und erster Test
- MicroPython auf den Pico: BOOTSEL-Taste gedrückt halten, Pico per USB an einen PC stecken, die UF2-Datei für „Raspberry Pi Pico 2“ (RPI_PICO2) von micropython.org/download auf das erscheinende Laufwerk ziehen. Das Lüfterprogramm spielt später der Server selbst auf.
- Steckbrett nach dem Steckplan bestücken – erst Pico, Schienen und Masse-Brücke, dann ein Kanal nach dem anderen. Noch keinen Lüfter und kein Netzteil anschließen.
- Prüfen (Multimeter, Durchgangstest): kein Durchgang zwischen der roten und der blauen Schiene; in Spalte 1 oben (VBUS) steckt nichts; jedes schwarze Lüfterkabel landet in a(B).
- Erst USB-Ladegerät, dann einen Lüfter an K1: Ohne Pico muss er sofort mit voller Drehzahl laufen. Das ist der Ausfallschutz, der hier schon ohne Software wirkt.
- Pico per USB an den Pi 3 stecken. Der Server erkennt ihn, lädt das Lüfterprogramm hoch und übernimmt die Regelung; die Drehzahl erscheint in der Oberfläche.
- Lüfter zuordnen (Einstellungen → Lüfter) und die übrigen Kanäle anschließen.
- Gut zu wissen: Ab Lüfterprogramm v8 überwacht ein Hardware-Watchdog den Pico. Hängt sein Programm, startet er nach 8 Sekunden neu, und die Lüfter laufen bis dahin mit voller Drehzahl. Wer den Pico zum Basteln mit Thonny oder einem Terminal öffnet, sieht deshalb alle paar Sekunden einen Neustart – zum Basteln vorher MicroPython neu aufspielen (BOOTSEL + UF2); das Lüfterprogramm spielt der Server danach wieder auf.
Ab 0.9.7Ohne Kabel zum Server: Pico über WLAN
Mit einem Raspberry Pi Pico 2 WH (mit WLAN, Stiftleisten schon eingelötet) müssen Lüftersteuerung und Anzeige nicht mehr per USB am Server hängen. Es gibt zwei Ausführungen, die sich auch kombinieren lassen:
Lüfter-Pico
Pico 2 WH statt Pico 2 H auf die Lüfterplatine (oder das Steckbrett) – gleiche Bauform, gleiche Pins. Die Lüfter bekommen ihren Strom wie bisher über die USB-C-Buchse der Platine, der Pico ein eigenes USB-Netzteil an seiner Micro-USB-Buchse.
Ein E-Paper kann wie bisher per Kabel an der Platine hängen.
Display-Pico
Pico 2 WH direkt auf das Waveshare-E-Paper-Modul stecken – keine Kabel, keine Platine. Ausrichtung nach dem auf dem Modul aufgedruckten Pico-Umriss: USB-Buchse zum Ende mit „Interface Config“, also vom Flachbandkabel weg, VBUS auf VBUS, GP0 auf GP0; vorher ohne Strom. Strom über ein USB-Netzteil am Pico.
Er zeigt die Anzeige und meldet seine Taster; Lüfter hat er keine. Dafür nutzt das Programm hier die Waveshare-Belegung (GP8–GP13, BUSY GP13) – nicht die Kabelbelegung der Lüfterplatine (BUSY GP22). Welche Belegung gilt, legt die Rolle des Pico fest, nicht die Einstellung im Server.
Auf dem Modul: Schalter „Interface Config“ auf 0 (4-Leitungs-SPI). Ohne WLAN: „Display-Pico per USB einrichten (ohne WLAN) …“ legt die Rolle direkt am USB-Kabel fest.
Tasten auf dem Modul (ab Pico-Programm 8.2): KEY0 blättert die Anzeige weiter oder quittiert eine Sonderanzeige (wie Taste 1). KEY1 zeichnet die aktuelle Seite sofort mit frischen Werten neu; 3 Sekunden halten löst den Neustart aus (wie Taste 4). Die Taste RUN startet nur den Pico selbst neu.
- MicroPython für den W aufspielen: BOOTSEL halten, Pico per USB an einen PC, die UF2-Datei für „Raspberry Pi Pico 2 W“ (RPI_PICO2_W) von micropython.org/download auf das Laufwerk ziehen. Die Datei ohne „W“ hat kein WLAN.
- Pico per USB-Datenkabel an den Server (Pi oder PC mit dem BitaxeTuner-Server). Steckt dort schon ein anderer Pico, im Dialog den richtigen Port wählen.
- Im Browser Lüfter & Anzeige öffnen und „Lüfter-Pico für WLAN einrichten …“ (Karte Verbindung) bzw. „Display-Pico für WLAN einrichten …“ (Karte E-Paper-Anzeige, „Anzeige hängt: eigener Display-Pico“) wählen.
- WLAN-Name und Passwort eintragen (der Pico kann nur 2,4 GHz), Gerätename lassen oder ändern. Nach ca. 30 Sekunden meldet BitaxeTuner „Eingerichtet“ und die IP-Adresse, die der Pico bekommen hat.
- Pico vom Server abziehen und an sein eigenes Netzteil (5 V, 1 A genügt). Der Server verbindet sich innerhalb weniger Sekunden selbst; die Verbindung steht unter Verbindung bzw. „Angeschlossen über“.
Sicherheit
- Bei der Einrichtung bekommt jeder Pico einen eigenen Zufallsschlüssel. Beide Seiten weisen ihn beim Verbinden nach, danach ist jede Zeile signiert und durchnummeriert – andere Geräte im WLAN können weder Lüfter schalten noch Werte unterschieben oder alte Befehle wiederholen.
- Das WLAN-Passwort speichert nur der Pico, nicht der Server. Wer den Pico in die Hand bekommt, kann es aber auslesen – den Pico also nicht offen herumliegen lassen.
- Der Ausfallschutz bleibt: Bricht das WLAN ab, bekommt der Lüfter-Pico keine Befehle mehr und schaltet nach 5 Sekunden alle Lüfter auf 100 %. Taste 3 setzt auch ohne Server 100 %.
- Das E-Paper zeigt nach 10 Minuten ohne Server „KEINE VERBINDUNG ZUM SERVER“.
Wenn es nicht klappt
- „Schlüssel passt nicht“
- Pico wurde woanders neu eingerichtet oder der Server neu installiert → ab Pico-Programm 8.5 ohne USB: am Pico BOOTSEL (Display-Pico auch KEY0) 3 Sekunden halten, bis die LED schnell blinkt, dann unter „Lüfter & Anzeige → Picos“ → „Neu koppeln“ und den Code mit der LED bzw. Anzeige vergleichen. Sonst per USB erneut „für WLAN einrichten“.
- „antwortet nicht (WLAN?)“
- WLAN-Name/Passwort prüfen, 2,4-GHz-Netz aktiv? Im Router nachsehen, ob der Pico eine IP hat, und diese eintragen.
- „ist als Display-Pico eingerichtet“
- Lüfter- und Display-Pico vertauscht → den jeweils anderen Einrichtungsknopf verwenden, auch ohne WLAN: „Pico per USB als Lüfter-Pico einrichten …“ bzw. „Display-Pico per USB einrichten (ohne WLAN) …“.
- Display bleibt leer
- Zuerst prüfen: Lage des Pico auf dem Modul (USB-Buchse vom Flachbandkabel weg, VBUS auf VBUS), Flachbandkabel ganz eingesteckt und verriegelt, Schalter „Interface Config“ auf 0, Rolle „Display“ (siehe oben). Zum Prüfen der Hardware ohne Server: epd_test.py in Thonny öffnen und „Ausführen“ – nach 20–30 s erscheint ein Testbild mit schwarzem und rotem Balken; die Ausgabe meldet „(BUSY ok)“, wenn das Display antwortet. Das Programm des Pico bleibt dabei unverändert.
- Thonny verliert die Verbindung
- Ab Pico-Programm 8 läuft ein Hardware-Watchdog, der den Pico 8 s nach dem Anhalten des Programms neu startet. Ab 8.1: BOOTSEL innerhalb von 3 s nach dem Einstecken drücken (LED leuchtet) – dann startet das Programm nicht und Thonny bleibt verbunden.
- Zurück zu USB
- „Verbindung: USB-Kabel am Server“ wählen und speichern; das Programm funktioniert per USB weiter.
SoftwareEinstellungen in BitaxeTuner
VR-Lüfter je Miner (K1–K3)
- Manuell
- fester Wert, z. B. 60 %
- Automatik
- Kurve nach VR-Temperatur dieses Miners
- Beispielkurve
- bis 50 °C → 25 %, ab 70 °C → 100 %, dazwischen linear
- Hysterese
- 2 °C, damit der Lüfter nicht pendelt
- Mindestwert
- einstellbar; unterhalb bleibt er aus oder läuft minimal
Gehäuselüfter (K4–K6)
- Manuell
- fester Wert für die ganze Gruppe
- Automatik
- nach der höchsten Temperatur aller zugeordneten Miner
- Messgröße
- VR-, ASIC- oder Gehäusetemperatur (DS18B20)
- Kurve
- eigene Werte, getrennt von den VR-Lüftern
- Nachtbetrieb
- optional Höchstwert zu festen Uhrzeiten (leiser)
Immer aktiv, nicht abschaltbar
- Miner offline oder seine Daten älter als 30 Sekunden → sein Lüfter auf 100 %.
- Pico bekommt 5 Sekunden lang keinen Befehl (Server hängt oder Neustart) → alle Lüfter auf 100 %.
- Pico ohne Strom oder USB abgezogen → die Schaltung selbst sorgt für 100 %.
- Lüfter soll drehen, meldet aber 0 U/min → Push-Meldung „Lüfter steht“.
- Ein Temperaturfühler über seiner Warnschwelle → Push-Meldung mit seinem Namen und rote Zeile auf dem Display; fehlt ein Fühler, ebenfalls Meldung.
- Auch mit „Aus“ (Taste 3, 5 s halten) greifen die Regeln oben: ein Lüfter, der aus Sicherheitsgründen trotzdem läuft, wird gemeldet.
- Jede Änderung im manuellen Modus und jeder Wechsel Manuell ↔ Automatik wird im Protokoll des Miners vermerkt.